Landwirtschaftskammer Bremen

Thementage

Landwirtschaft im Blickpunkt

Im Laufe des Jahres machen zahlreiche Aktionstage auf Themen aufmerksam, die unsere Gesellschaft bewegen. Ob Biodiversität, Milch, Boden, Wasser, Ernährung oder Ausbildung – hinter vielen dieser Tage stehen Fragen, die eng mit der Landwirtschaft und dem Gartenbau verbunden sind.

Als Landwirtschaftskammer Bremen möchten wir diese Anlässe nutzen, um Hintergründe zu erklären, Zusammenhänge einzuordnen und Wissen verständlich aufzubereiten. Denn viele Themen, die an solchen Tagen diskutiert werden, betreffen nicht nur landwirtschaftliche Betriebe, sondern uns alle.

Auf dieser Seite finden Sie Beiträge zu ausgewählten Thementagen. Wir greifen aktuelle Fragestellungen auf, zeigen die Bedeutung für die Praxis und geben Einblicke in die vielfältigen Aufgaben von Landwirtschaft und Gartenbau in Bremen und der Region.

Landwirtschaft – Mitten in Bremen

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Tag der Biodiversität – 22. Mai

 

Warum die Bremer Landwirtschaft ein wichtiger Teil der Artenvielfalt ist

Am 22. Mai wird weltweit der Internationale Tag der Biodiversität begangen. Biodiversität – also die Vielfalt von Tieren, Pflanzen, Lebensräumen und das Zusammenspiel natürlicher Ökosysteme – ist eine zentrale Voraussetzung für stabile Umweltbedingungen, gesunde Kreisläufe und die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel.

Grünland als wertvoller Lebensraum

Im Land Bremen bestehen rund 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus Grünland. Diese Wiesen und Weiden prägen das Landschaftsbild und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Extensive Weideflächen, Blühstreifen, Gräben und strukturreiche Übergänge schaffen wichtige Rückzugsorte, etwa für Insekten wie Wildbienen, Wiesenvögel wie den Kiebitz oder seltene Pflanzenarten.

Vielfältige Bewirtschaftung und gezielter Naturschutz

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Bremen bewirtschaften ihre Flächen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen, von intensiv genutztem Grünland bis hin zu extensiven Naturschutzflächen. Viele Betriebe engagieren sich aktiv für den Arten- und Gewässerschutz, beispielsweise durch die Anlage von Blühflächen, die extensive Nutzung von Wiesen oder durch Kooperationen im Vertragsnaturschutz.

Landwirtschaft und Naturschutz als gemeinsame Verantwortung

Darüber hinaus zeigen auch konkrete Projekte im Land Bremen, wie eng Landwirtschaft und Biodiversität zusammenarbeiten können. Im Projekt „Artenreiches Grünland“ werden landwirtschaftliche Flächen gezielt so bewirtschaftet, dass Pflanzenvielfalt, Insekten und typische Grünlandarten erhalten und gefördert werden. Ergänzend dazu zählt das Bremer Wiesenvogelschutzprogramm seit Jahren zu den erfolgreichen Kooperationsmodellen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Durch abgestimmte Bewirtschaftung, angepasste Mahdzeitpunkte und enge Zusammenarbeit mit den Betrieben entstehen wertvolle Lebensräume für Arten wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Rotschenkel. Diese Projekte zeigen beispielhaft, dass Biodiversität vor allem dort erfolgreich geschützt werden kann, wo Landwirtschaft, Praxiswissen und Naturschutz gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Landwirtschaft als Bindeglied zwischen Stadt und Natur

Die besondere Struktur Bremens trägt zur Artenvielfalt bei: Landwirtschaftliche Flächen umrahmen große Teile des Stadtgebiets und bilden einen Übergang zwischen urbanem Raum, Natur- und Erholungsflächen. Die Landwirtschaft übernimmt damit nicht nur Verantwortung für die Lebensmittelproduktion, sondern auch für Klima-, Wasser- und Landschaftsschutz sowie für die Naherholung der Bevölkerung.

Artenvielfalt braucht gemeinsames Engagement

Der Internationale Tag der Biodiversität macht deutlich: Artenvielfalt entsteht nicht nur in Schutzgebieten, sondern überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und Landschaft pflegen, wie es die Landwirtinnen und Landwirte in Bremen tagtäglich tun.

Ihr Beitrag zur Artenvielfalt

Auch alle Bürger:innen können einen Beitrag leisten: Engagieren Sie sich in lokalen Naturschutzprojekten oder schaffen Sie selbst kleine Lebensräume, zum Beispiel mit insektenfreundlichen Pflanzen im eigenen Garten oder auf dem Balkon.

Tag der Milch – 01.Juni

 

Milch prägt den ländlichen Raum in Bremen

Am 1. Juni wird weltweit der Internationale Tag der Milch begangen. Der Aktionstag macht auf die Bedeutung der Milchwirtschaft für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume aufmerksam. Auch im Land Bremen spielt die Milchviehhaltung eine zentrale Rolle, sowohl für die regionale Lebensmittelproduktion als auch für die Pflege der typischen Grünlandlandschaften.

Die Landwirtschaft in Bremen ist stark vom Grünland geprägt. Rund 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen bestehen aus Wiesen und Weiden. Diese Flächen bilden die Grundlage für die Haltung von Milchvieh und Mutterkühen und prägen gleichzeitig das Landschaftsbild vieler ländlicher Stadtteile Bremens.

Besonders das Blockland gilt seit Generationen als traditionelles Milchviehgebiet Bremens. Die dortigen Höfe, Hofcafés, Direktvermarktungsangebote und Weideflächen verbinden Landwirtschaft, regionale Lebensmittelproduktion und Naherholung auf besondere Weise. Viele Menschen erleben dort Landwirtschaft unmittelbar, beim Fahrradfahren, Spazierengehen oder bei Hoffesten und Veranstaltungen wie dem Weideaustrieb.

Hinter jedem Liter Milch steckt tägliche Arbeit

Hinter jedem Liter Milch stehen tägliche Arbeit, Tierbetreuung, Futtererzeugung, moderne Technik und viel Verantwortung. Die landwirtschaftlichen Betriebe kümmern sich an 365 Tagen im Jahr um ihre Tiere und verbinden dabei Tradition mit modernen Anforderungen an Tierwohl, Nachhaltigkeit und Effizienz.

Besonders die Weidehaltung spielt in Bremen eine wichtige Rolle. Viele Betriebe lassen ihre Tiere regelmäßig auf die Weide. Die Beweidung trägt nicht nur zum Tierwohl bei, sondern unterstützt auch den Erhalt artenreicher Grünlandflächen und damit die Pflege der Kulturlandschaft.

Gleichzeitig ist der ländliche Raum in Bremen nicht nur Produktionsraum, sondern auch Erholungsraum für die Stadtgesellschaft. Landwirtschaft, Natur und Naherholung liegen hier oft direkt nebeneinander.

Moderne Stallhaltung und Tierwohl

Neben der Weidehaltung gehört auch die moderne Stallhaltung heute zu einer zeitgemäßen und tiergerechten Milchviehhaltung. Moderne Ställe bieten den Tieren unter anderem weiche Liegeflächen, automatisierte Melksysteme, kontrollierte Klimabedingungen sowie jederzeit Zugang zu Wasser und Futter. Viele Betriebe arbeiten zudem mit digitaler Tierbeobachtung, um Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere frühzeitig im Blick zu behalten.

Tierwohl bedeutet dabei nicht nur Weidegang, sondern die tägliche, professionelle Betreuung der Tiere unter möglichst guten Haltungsbedingungen.

Regionale Milchprodukte aus Bremen

Die Milchviehhaltung prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch die regionale Lebensmittelwirtschaft. Mit der „Bremerland Milch“ der DMK sowie „Heimatglück“ der Biohofmolkerei Dehlwes verfügt Bremen über gleich zwei regionale Milchmarken mit enger Verbindung zur heimischen Landwirtschaft.

Diese Verbindung aus regionaler Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ist in dieser Form bundesweit eher selten und zeigt die besondere Bedeutung der Milchwirtschaft für Bremen.

Milch als hochwertiges Naturprodukt

Milch zählt zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit und gleichzeitig zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Von der Fütterung über die Haltung bis hin zur Verarbeitung und Vermarktung unterliegt die Milchwirtschaft umfangreichen Qualitäts- und Hygienekontrollen. Jede Lieferung wird regelmäßig geprüft, um hohe Standards bei Qualität und Lebensmittelsicherheit sicherzustellen.

Darüber hinaus ist Milch ein in ihrer Zusammensetzung einzigartiges Naturprodukt. Sie enthält unter anderem hochwertiges Eiweiß, Fett, Milchzucker, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in einer natürlichen Kombination, die bis heute technisch nur schwer vollständig nachgebildet werden kann. Gerade diese komplexe Zusammensetzung macht Milch seit Jahrhunderten zu einem bedeutenden Bestandteil der menschlichen Ernährung.

Landwirtschaft zwischen Tradition und Zukunft

Gleichzeitig verändert sich die Milchwirtschaft stetig. Flächenknappheit, steigende Anforderungen an Klima- und Umweltschutz sowie der Druck durch Stadtentwicklung stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. Gleichzeitig entstehen neue Ansätze und innovative Projekte, etwa zur Grünlanderneuerung oder zur Weiterentwicklung der Weidehaltung.

Auch Projekte wie der „Weidecoach“ begleiten landwirtschaftliche Betriebe dabei, Weidehaltung weiterzuentwickeln und gleichzeitig Tierwohl, Biodiversität und nachhaltige Bewirtschaftung miteinander zu verbinden.

Digitale Technik, moderne Stallkonzepte, regionale Vermarktung und nachhaltige Betriebsstrategien prägen die Arbeit der Betriebe zunehmend. Viele Höfe entwickeln ihre Konzepte kontinuierlich weiter und verbinden wirtschaftliche Stabilität mit verantwortungsvollem Handeln für Umwelt, Tiere und Gesellschaft.

Milch verbindet Landwirtschaft und Gesellschaft

Der Tag der Milch bietet die Gelegenheit, die Arbeit der Milchviehbetriebe sichtbar zu machen und den Blick auf die Menschen hinter den Produkten zu richten. Denn Milch ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern auch Ausdruck regionaler Landwirtschaft, täglicher Verantwortung und gelebter Versorgungssicherheit.

Hintergrund: Das Format „Bremer Agrarnetzwerk“ ist ein Teil des Projektes „Wissenstransfer für die Landwirtschaft in Bremen“ und wird gefördert durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.